Team der Dekade 2005-2015 – Teil 2

Zur Erinnerung hier noch einmal meine Aufstellung samt Bank und diversen Sondertiteln:

0515

Manager: Pep Guardiola

Bench: Buffon, Cech, Casillas; Zanetti, Abidal, A. Cole; Hummels, Vidic, Puyol, Chiellini, Nesta, Pique; S. Ramos, Maicon, Srna; Schweinsteiger, Cambiasso, X. Alonso; Pirlo, Lampard, Scholes; Kaka, Fabregas, Modric; Ribéry, D. Villa, Di Maria; Ibrahimovic, Rooney, Drogba; Agüero, T. Müller, Eto’o

Best player: Lionel Messi

Best team: FC Barcelona 2008-12

Best club: FC Barcelona

Best match: FC Barcelona – Real Madrid 5-0, 29.11.2010

Wie im ersten Teil gehe nun die einzelnen Positionen durch und sage jeweils ein paar Worte zu meiner Auswahl.

Xavi
Xavi Hernandez ist vielleicht nicht der beste Spieler der letzten 10 Jahre gewesen – dieser Titel geht unzweifelhaft an Lionel Messi – aber man übertreibt nicht, wenn man ihn als den einflussreichsten Spieler bezeichnet. Xavi hat den Fußball verändert. Wie kein anderer verkörpert er die Wende hin (zurück?) zu einem stärker technischen, passlastigeren Fußball. Nun darf man nicht so tun, als wären die Mittelfeldspieler in den Jahren vor Xavi alle hirnlose Physismaschinen gewesen, die zwar den Platz umpflügen, aber keinen graden Pass spielen konnten. Ein solches Zerrbild entspricht einfach nicht der Realität. Dennoch, Xavi hat gezeigt, dass es auch im heutigen Fußball okay ist, als Mittelfeldspieler kein muskelbepackter Dauersprinter zu sein. Wenn man über hervorragende Technik und Intelligenz verfügt – und Xavi hatte reichlich von beidem – kann man auch als 1,70 Meter großer und eher leichtgebauter Spieler nicht nur mithalten, sondern Standards setzen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Xavi in manchen Aspekten sehr wohl physisch beeindruckend war: so war er bis ca. 2010 ein überdurschnittlich wendiger Spieler und besaß zudem enorme Ausdauer. Dies wird schnell übersehen, da Xavi eben nicht den Platz im Vollsprint hoch- und runtergejagt ist, doch war er in vielen Spielen der Spieler, der die meisten Meter zurückgelegt hat.

Nichtsdestotrotz ist es zweifelsohne richtig festzuhalten, dass Xavis große Stärken im Bereich der Technik und der Spielintelligenz lagen. Was das Technische angeht, ist Xavi ein La Masia-Musterschüler. Das Spiel mit wenigen Kontakten, der milimetergenau in den Fuß oder, besser noch, in den Lauf gespielte Pass waren Kerncharakteristika seines Spiels. Xavi zeigte eher seltener aufsehenerregende Kunststücke, wobei er solche beizeiten auch gekonnt einzusetzen wusste. Sein Spiel war geprägt von einer kühlen technischen Exzellenz, die auf den ersten Blick unspektakulär, letztendlich aber umso wirkungsvoller war. Ähnlich sein Passspiel: immer hochklassig, weniger den spektakulären Moment suchend, sondern stetig dazu beitragend, die eigene Dominanz über den Gegner Pass für Pass zu erhöhen, bis dieser sich in sein Schicksal ergab.

Was die Spielintelligenz angeht, kann man Xavi quasi nicht hoch genug loben. Er ist das Paradebeispiel des großen Mittelfeldstrategen. Nicht nur zielten seine Aktionen darauf ab, gelungene Kombinationen zu initiieren, er hatte auch den großen strategischen Masterplan im Hinterkopf. Was das angeht, gibt es ganz wenige Spieler in der Fußballgeschichte, die dies so gut konnten wie Xavi Hernandez. Unter den Fans des FC Barcelona wurde sein makelloses Spiel schon fast zu einem running gag. Quasi nie sah man ihn einen Fehler machen. Xavi Hernandez war einer dieser Spieler, die Fußballkommentatoren dazu veranlassten, bei jedem Fehlpass von ihm zu sagen: “Das kam nun aber unerwartet – ein Fehlpass, von Xavi!” Er war von 2008 bis 2012 der Fels auf dem der FC Barcelona und die spanische Nationalmannschaft ihr Spiel aufbauten – mit maßlosem Erfolg.

Hier zwei kleine Anekdoten zu Xavi Hernandez: Ich hatte sowohl für den FC Barcelona als auch für die spanische Nationalmannschaft in den Jahren, in denen Xavi am stärksten war, große Symphatien. Dies hatte zur Folge, dass ich fast immer für die Mannschaft war, in der Xavi spielte. Fast nie habe ich erlebt, wie es sich anfühlt, für eine Mannschaft zu sein, die gegen Xavi spielt. Die eine große Ausnahme war das WM-Halbfinale 2010 Deutschland gegen Spanien. Hier erlebte ich einmal, wie es ist, Xavi erleiden zu müssen. Nun stand ich natürlich nicht persönlich auf dem Platz, sondern saß daheim vor dem Fernseher, aber trotzdem hinterließ der “Gegner” Xavi bei mir einen bleibenden Eindruck. Es war als würde die deutsche Mannschaft ständig stranguliert und gewürgt werden. Von der ersten Minute an. Was auch immer man sich für Pläne zurechtgelegt hatte, unter diesem Dauerdruck konnte man gar nicht daran denken, sie umzusetzen. Aha, dachte ich, so fühlt sich also “Tiki-taka” an, wenn die eigene Mannschaft der Leidtragende ist. Hauptverantwortlich für dieses Gefühl: Xavi Hernandez. – Die zweite Anekdote beinhaltet den vielleicht schönsten Moment in meinem Leben als Fußballfan. Wir schreiben den 16.01.2010 und ich sitze am oberen Ende des Oberrangs im Camp Nou zu Barcelona. Guardiolas Barca spielt in der Liga gegen den FC Sevilla, der sie wenige Tage vorher aus der Copa del Rey geschmissen hat. Ich sehe ein fulminantes Spiel. Barca spielt über 90 Minuten fantastischen Fußball und gewinnt schließlich 4-0; womit Sevilla gut bedient war. Iniesta war für mich der Mann des Spiels, aber der alles überragende Moment kam von Xavi. Dieser Moment. Ich sah den Bruchteil einer Sekunde vorher, was Xavi vorhatte – was aus der Vogelperspektive natürlich unendlich viel leichter ist – und sprang schreiend auf. Dann noch zwei Sekunden bangen – macht Pedro ihn rein? – und schließlich Jubel. Was für ein Pass, was für ein verdammtes Genie. Ich dachte spontan: “Das ist als würde man Beethoven beim Komponieren über die Schulter gucken.” Ich erzähle diese Begebenheit, weil dieser Pass aus meiner Sicht zu den allerbesten gehört, die Xavi je gespielt hat. Zu solch genialen Höhen war dieser Spieler fähig.

Es ist dabei kein Zufall, dass er diesen Pass in der 2009-10 Saison gespielt hat. In jener Spielzeit suchte Xavi stärker als sonst den finalen Pass und agierte näher an der 10 als in den Jahren danach. Bis zu Messis 2014-15er Saison habe ich nicht wieder so viele geniale Pässe von einem Spieler innerhalb einer Spielzeit gesehen. In den Jahren danach zog sich Xavi stärker in den Maschinenraum seiner Mannschaften zurück, um dort das Fundament für entscheidende Aktionen durch andere Spieler zu legen. Statt Kirschen auf den Kuchen zu setzen, konzentrierte er sich noch stärker darauf, einfach gewaltige Kuchen zu backen. Ab ca. 2011 gingen seine Leistungen dann langsam nach unten, auch weil seine Wendigkeit ihn altersbedingt verließ. Das letzte internationale Topspiel, welches Xavi in Grund und Boden dominierte, war vermutlich das Europameisterschaftsfinale 2012 gegen Italien. Sein alter Ego Pirlo hatte bis dahin das bessere Turnier der beiden gespielt, auch wenn manche Kritik an Xavis Leistungen maßlos überzogen war. Im Finale aber führte Xavi die Spanier zum letzten großen Auftritt ihrer Ära und gewann auch das direkte Duell mit Pirlo deutlich. Es ist Allgemein bekannt, dass Xavi erst relativ spät in seiner Karriere von der Fußballcommunity voll anerkannt wurde. Dies ist insofern auch nicht völlig unangebracht, als dass Xavi tatsächlich erst ab ca. 2008 seine volle Leistungsfähigkeit erreichte. Aber wenn man sich z.B. mal einige Clasicos aus den frühen 2000ern anguckt, wird man feststellen, dass auch damals schon Xavi zu den besten Spielern auf dem Platz zählte. Alles was sein Spiel später ausmachte, war, wenn auch vielleicht nicht in vollem Umfang, bereits vorhanden. Ich würde daher sagen, dass Xavi seiner Zeit damals schlicht voraus war und daher von Öffentlichkeit unterschätzt wurde.

Es dürfte inzwischen überdeutlich geworden sein, dass ich den Fußballer Xavi sehr hoch einschätze. (Der Mensch Xavi war mir auch immer symphatisch, bis er nach Katar gegangen ist.) Er gehört zu den 3-5 Spielern der jüngsten Vergangenheit, die ich auch im überzeitlichen Vergleich auf der allerhöchsten Ebene sehe. Insofern war sein Platz in dieser Elf nie im Zweifel. Ich betone in Fußballdiskussionen immer wieder, dass man nicht Einzelspieler anhand der gewonnen Trophäen beurteilen sollte, aber im Falle Xavis möchte ich doch mit einer kleinen Aufzählung schließen: 8 mal spanischer Meister, 3 mal spanischer Pokalsieger, 4 mal die Champions League gewonnen, 2 mal Europameister, 1 mal Weltmeister. Xavi Hernandez.

Andrés Iniesta

Ich dachte lange Zeit, Andrés Iniesta sei ein von quasi allen Betrachtern hoch geschätzter Spieler. Er personifiziert das schöne Spiel, ohne ein Angeber zu sein, arbeitet stets vorbildlich mit, so dass niemand auf die Idee kommen könnte, ihn faul zu nennen und scheint nebenbei als Mensch auch noch unumschränkt symphatisch zu sein. Er ähnelt diesem seltenen Typus des hochtalentierten Einserschülers, der so viel Understatement an den Tag legt, dass niemand auf die Idee kommen würde, ihn als Streber zu brandmarken, sondern der stattdessen von allen gemocht wird. Zu meiner Überraschung wird der Spieler Iniesta aber zum Teil für deutlich überbewertet gehalten. Das wäre keine Überraschung, wenn dahinter nur Fans von Real Madrid oder auch von Chelsea (man denke an sein last minute-Tor 2009) stehen würden. Dass solche Symphatien die Urteilskraft trüben, ist weithin bekannt. Aber auch Personen, die nicht im Verdacht stehen, aus solchen Gründen Iniesta negativer zu bewerten, als dies eigentlich angebracht wäre, haben diese Meinung. Rob Fielder, der Autor der Complete History of the World Cup, wäre ein Beispiel. Fielder verfügt zudem über ein beeindruckendes Fußball-Wissen, kann also keinesfalls als ahnungslos abgetan werden.

Auffällig ist, dass diejenigen, die Iniesta für überschätzt halten, häufig zu der Fraktion derjenigen Fußballfreunde gehören, deren Blick auf das Spiel stark von Statistiken geprägt sind. Ich selbst halte Statistiken für ein sehr hilfreiches Mittel zur Evaluation des Fußballs, glaube jedoch nicht, dass sie heute – oder in absehbarer Zukunft – den eigenen Blick aufs Spiel ersetzen können. Ergänzen ja, ersetzen (noch) nicht. Wie dem auch sei, geht der eigene Blick auf den Fußball stark über Statistiken, ist es nicht gänzlich überraschend, dass man Iniesta nicht so hoch einschätzt. So schießt er wenig Tore und ist meines Wissens nach auch nicht das ganz große Assistmonster. Der Goalimpact bewertete ihn vor dem Champions League-Finale hoch, aber nicht so hoch wie z.B. Busquets oder Gerard Pique. Insbesondere eine sehr oberflächliche statistische Betrachtung, die bei der Bewertung von Offensivspielern nur auf Tore und Vorlagen schaut (also nicht der Goalimpact), kann leicht zu dem Schluss kommen, dass Iniesta kein ganz Großer ist. Andere Spieler in ähnlicher Position schneiden in diesen Kategorien deutlich besser ab. Offensichtlich schätze ich Iniesta jedoch sehr. Warum? Lasse ich mich vielleicht von seinem ästhetischen Spiel täuschen? Ich denke nicht, nein. Was Iniesta so stark macht, ist dass er auch auf allerhöchstem Niveau das Spiel in die von ihm gewünschte Richtung prägen kann. Wie ein guter Chirurg kann sich Iniesta auch massive und hochkarätig besetzte Abwehrformationen des Gegners vornehmen und sie dahingehend manipulieren, dass sich irgendwo das kleine bisschen Platz, der kleine Geschwindigkeitsvorteil, die kleine Lücke auftut. Sowas geht in der Betrachtung gerne mal unter, weil es nicht immer offensichtlich ist, dass es Iniesta war, der 3,4,5 Pässe vor dem Torabschluss dafür gesorgt hat, dass sich die Balance des Spiels verschoben hat, aber das schmälert definitiv nicht, wie wichtig solche Aktionen sind. Ein klein bisschen Platz, ein kleiner Geschwindigkeitsvorteil, eine kleine Lücke, all das klingt nicht nach viel, aber wenn der Gegner selbst zur Weltspitze gehört, gibt es kaum jemand, der diese Dinge in solcher Regelmäßigkeit generieren kann wie Andrés Iniesta. Bei Spielverlagerung.de wird seine Rolle gerne als “Nadelspieler” bezeichnet. Dies trifft es meiner Meinung nach sehr gut. Er infiltriert noch die festeste Defensivformation, bis irgendwann die Chance entsteht. Und dies tut er nicht nach dem trial and error-Prinzip, indem er immer wieder das Unmögliche versucht, um irgendwann einmal das Ziel zu erreichen. Im Gegenteil, Iniesta spielt sehr rational und bricht seine Aktionen lieber ab, als immer den ganz großen Wurf zu versuchen, auch wenn dieser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts wird. Ich sehe keinen Grund, warum sich solche Aktionen prinzipiell nicht statistisch erfassen lassen sollten, aber es dürfte klar sein, dass eine oberflächliche statistische Betrachtung so etwas schnell übersieht. Das ist aber das Problem einer solchen statistischen Betrachtung, nicht Iniestas.

Man bedenke jedoch, dass Iniesta in den ganz großen Spielen aber auch in den klassischen Statistikparametern für Offensivspieler besser abschneidet, als er dies im Schnitt all seiner Spiele tut. So hat er das Siegtor in einem WM-Finale geschossen, hat 2009 gegen Chelsea das vielleicht wichtigste Tor in Barcelonas jüngerer Geschichte gemacht und ist meines Wissens nach der einzige Spieler, der in drei Champions League-Finals Torvorlagen gegeben hat. Im diesjährigen Champions League-Viertelfinale verzeichnete er zudem diesen unglaublichen Assist für ein Neymar-Tor.

Wie auch für Xavi gilt für Iniesta, dass er vor 2008 zur zweiten Riege des internationalen Spitzenfußballs gehörte. Er war zwar in der Lage auch auf höchstem Niveau punktuell zu überzeugen, prägte den Fußball jedoch nicht. Die Europameisterschaft 2008 und die Saison 2008-09 sollten dies ändern. Nach einer für ihn persönlich aufgrund von Verletzungsproblemen enttäuschenden Saison 2009-10, folgten eine starke WM, sowie mehrere durchgehend herausragende Spielzeiten. Ca. ab 2014 wurde er dann etwas schwächer und der auch aktuell noch anhaltende Herbst seiner Karriere begann. Der Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn dürfte die EM 2012 gewesen sein. Iniesta wurde verdientermaßen zum Spieler des Turniers gewählt. Die hochfavorisierten Spanier taten sich in den meisten Spielen durchaus schwer. Tiefstehende Gegner und ein Mangel an dynamischen Spielern sorgten für ausgedehnte Pattsituationen. Immer und immer wieder schaffte es jedoch Iniesta, wie oben beschrieben, die Balance des Spiels zugunsten der Spanier zu verschieben. Mitunter wirkte es so, als sei er für den Übergang vom zweiten ins dritte Spielfelddrittel alleinverantwortlich. Wenn es bei Spanien lief, wie z.B. im Finale gegen Italien, war Iniesta einer von mehreren glänzenden Akteuren. Wenn Spanien feststeckte, gab es nur einen Retter: Don Andrés. Eine rundherum großartige Turnierleistung, die zum Glück auch als solche gewürdigt wurde. Zusammenfassend kann man also sagen, dass Iniesta in Sachen Quantität zwar nicht die Höchstnote bekommt, aber doch insgesamt gut abschneidet. In Sachen Qualität konnte kein anderer Offensiver Mittelfeldspieler in dieser Dekade mehr als nur für kurze Zeit mit ihm mithalten. Zählt man Frank Lampard als Offensiven Mittelfeldspieler, dürfte er noch am nächsten herankommen. Insgesamt reichte auch er jedoch nicht ganz an Iniestas Klasse heran.

Cristiano Ronaldo

Ich beginne, in dem ich mal die verschiedenen Lager im Bezug auf Cristiano Ronaldo benenne: Erstens gibt es die Menschen, die ihn in einem engen Duell mit Messi sehen; eine Untergruppe hiervon sind die Menschen, die ihn sogar vor Messi sehen. Dann gibt es die Fraktion, die Ronaldo für deutlich überbewertet hält. Nicht nur kommt er nicht annähernd an Messi heran, nein, er gehört auch eher nicht zu den 10-20 besten Spielern der Welt. Ich positioniere mich irgendwo in der Mitte. Der qualitative Unterschied zwischen Messi und Ronaldo ist zu groß, um eine Debatte zu rechtfertigen, aber Cristiano ist ein in manchen Hinsichten und im Endeffekt auch als Gesamtpaket ein enorm starker Spieler, der zur absoluten Weltelite gehört und dessen Karriere als ganze ihn auch in den weiteren Kreis der überzeitlich-historischen Weltspitze befördert. Nicht in die absolute Spitze, aber doch in den weiteren Kreis. Aus einer solchen Bewertung ergibt sich fast automatisch eine Berufung in diese Elf.

Was ist Cristiano Ronaldo? Ein Adjektiv, dass grade im Vergleich mit Messi häufiger mit seinem Namen verknüpft wird, ist ‘komplett’. Er sei ein kompletter Spieler. Dies unterschreibe ich definitiv nicht. Insbesondere in den letzten Jahren fehlt ihm ein nennenswert spielmacherisch-kreatives Element und niemand wird behaupten können, dass er ein sonderlich strategischer Spieler sei. Wenn Xavi stets ein Fußballfeld in seinem Kopf hat, dann hat Cristiano zuallererst ein Tor vor seinem geistigen Auge. Dies zeigt sich in seiner teilweise abstrus schlechten Entscheidungsfindung. Kaum ein moderner Spieler der erweiterten Weltspitze ist bereit, so häufig und gerne auch so gegen alle Wahrscheinlichkeit den maximal direkten Weg zum Tor zu suchen. Auch defensiv ist sein quantitativer Output oft marginal, was vom Gegner zum Teil bewusst bespielt wird.

Okay, damit ist auch erstmal genug zu seinen Schwächen gesagt. Fokussiert man zu stark auf diese Limitationen, kann es schon mal passieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht: Cristiano Ronaldo ist, wenn richtig eingesetzt, eine verheerende fußballerische Waffe. Seine Physis, seine Dribblings, sein Schuss, seine Coolness vor dem Tor, seine Bewegungen zum Tor – all dies ist im höchsten Maße beeindruckend. Cristiano Ronaldo ist eine Tormaschine. Ein Blick in seine Statistiken genügt, um dies zu verifizieren. Seine Fähigkeiten im Dribbling haben dazu geführt, dass er lange als Flügelspieler gespielt hat, aber in gewisser Weise entsprechen Ronaldos Charakteristika eher dem ultimativen Mittelstürmer. Im Konter, bei Standards, bei Flanken, bei Schüssen aus der Nähe des Strafraums, im Gewühl des Strafraums selbst, im 1-gegen-1 – überall liefert Cristiano all das, was man sich von einem erstklassigen Mittelstürmer erwartet und mehr.

Ich würde sogar sagen, dass Cristiano mit der Zeit zu einem immer weniger kompletten Spieler geworden ist. Ich habe mir in den letzten Tagen das WM-Halbfinale 2006 Portugal – Frankreich und das Champions League-Finale 2008 angeguckt und in beiden Spielen wirkt Cristiano deutlich variantenreicher, deutlich kreativer, deutlich spielmachender als sein jetziges Ich. War Cristiano früher also noch besser als heute? Nicht unbedingt. So muss man bedenken, dass er damals nicht annähernd die Torquoten der letzten Jahre erreicht hat. Im Laufe seiner Karriere fokussierte Cristiano Ronaldo sein Spiel immer stärker auf seine größten Stärken, die, wie gesagt, alle recht nah mit dem Toreschießen verknüpft sind. Die Torquote von 1 oder mehr, die er in den letzten Jahren regelmäßig erzielt hat, ist das Ergebnis dieser Umstellung. Auch ganz allgemein erscheint es erstmal keine schlechte Idee zu sein, einen Spieler so einzusetzen, dass er seine größten Stärken einbringen kann. Es bleibt jedoch die Frage, ob aus Cristiano nicht vielleicht auch ein anderer, aber mindestens ebenso guter Spieler hätte werden können. Ein spielintelligenter, umsichtiger agierender Ronaldo, der sich stärker als Teamplayer sieht, ist schon eine sehr verlockende Vorstellung. Wie dem auch sei, Cristianos tatsächliche Entwicklung bestand aus einer immer fortschreitenden Fokussierung auf seine größten Stärken. Das Resultat ist ein Spieler, der in gewissen Bereichen zu den ganz Großen der Geschichte zählt, als Gesamtpaket aber nicht ganz diesen Status erreicht.

In gewisser Weise bin ich als Symphatisant (auf Widerruf) des FC Barcelona in einer guten Position, um Ronaldo zu bewerten; fanden doch viele der wichtigsten Spiele seiner jüngeren Vergangenheit im Rahmen von El Clasicos statt. Cristiano Ronaldo ist nicht der Spieler, der seine Mannschaft als Ganzes besser macht und entscheidend zur Dominanz über den Gegner verhilft. Sein Spiel ist eher auf den Moment denn auf die Gesamtbalance des Spiels ausgerichtet. Gibt man ihm seinen Moment – seine Chance, seine Halbchance, seinen Hochgeschwindigkeitskonter – wird er sie aller Wahrscheinlichkeit nach nutzen. Darin drückt sich seine Limitation, darin drückt sich aber auch seine Qualität aus.

Quantitativ spricht nichts gegen seine Inklusion in dieser Elf. 2005 hatte er den Status eines Supertalentes, bereits wenig später war er darüber deutlich hinaus. Seine Leistungen sind bis heute nicht nennenswert schlechter geworden, auch wenn sie sich, wie im vorletzten Absatz besprochen, etwas gewandelt haben. Er ist ein ganzes Stück davon entfernt, Messi Konkurrenz zu machen und er ist nicht so komplett, wie manche denken, aber sein Platz in dieser Elf steht für mich außer Frage.

Arjen Robben

Robben begann die Dekade mit einer guten Zeit bei Chelsea, hatte dann eine Phase mit Höhen und Tiefen bei Real Madrid, begann überragend bei den Bayern, fiel dann kurz in ein Loch, um für den Rest der Dekade dann wieder bei den Bayern zu überragen. Dazu kommen dann noch gute bis sehr gute Leistungen in der Nationalmannschaft. Nur eine Reihe von Verletzungen verhindern also die Bestnote für Quantität und insbesondere bei den Bayern, aber auch bei der WM 2014, waren seine Leistungen auch qualitativ der Konkurrenz deutlich voraus. Das macht insgesamt eine sehr starke Dekade, die zwar nicht die ganz großen historischen Dimensionen aufweist, aber doch die Inklusion in dieser Elf klarerweise rechtfertigt – auch weil die Konkurrenz in der ein oder anderen Hinsicht deutlich abfällt. Soweit die Kurzversion.

Bis zur 2009-10 Saison war Robben einer der vielen Spieler, die zwar am internationalen Spitzenfußball teilnahmen, auf diesem höchsten aller Niveaus jedoch nicht noch einmal herausstachen. Einer der Gründe hierfür waren seine häufigen Verletzungen, die den jungen Robben immer wieder zurückwarfen und die heute, wenn auch nicht gänzlich verschwunden, so doch seltener sind. Es bleibt aber festzuhalten, dass Robben in der gesamten Dekade keine Saison mit mehr als 30 Liga-Spielen geschafft hat. Seine Leistungen erfuhren 2009 mit dem Wechsel zu den Bayern einen großen Schub nach vorne. Bis heute zähle ich diese erste Saison bei den Bayern zu den Glanzstunden in Robbens Karriere. Er entschied Spiele am Fließband und wurde ein deutlich torgefährlicherer Spieler, der Tore wie dieses oder dieses schoss. Van Gaal setzte den Linksfuß Robben als rechten Flügelstürmer ein, was ihm ermöglichte, immer wieder nach innen zu ziehen und die lange Ecke mit angeschnittenen Schüssen anzupeilen. Dieser Abschlussfokus spielte jedoch auch eine Rolle in der einzigen nennenswerten Krise seiner Bayern-Zeit. Es wurde, aus meiner Sicht durchaus zu Recht, bemängelt, dass Robben zu wenig Teamplayer sei. Sein Spiel zu dieser Zeit zeigte vergleichsweise wenig defensive Mitarbeit auf und im Zweifel suchte er immer wieder den Abschluss, anstatt hin und wieder auch einen Pass einzustreuen. Den Höhepunkt dieser Krise markierte schließlich der verschossene Elfmeter im Champions League-Finale 2012. Robben war zwar ein dribbelnder und Tore schießender Flügelstürmer der alten Schule par excellence, drohte damit jedoch aus der Zeit zu fallen. Seine Antwort auf diese Kritik war bemerkenswert: Er blieb so torgefährlich und dribbelstark wie eh und je und erweiterte sein Spiel massiv um defensive und explizit manschaftsdienliche Aspekte. Die letzten 2-3 Jahre der Dekade war Robben also ziemlich nahe daran, ein absolutes Komplettpaket auf der Außenbahn zu sein. Guardiola setzte ihn sogar ab und an als Flügelverteidiger ein. Mit dem 2009er Robben wäre das undenkbar gewesen. So sind es neben der 2009-10er Saison auch besonders seine Leistungen dieser letzten Jahre, die ihm den Platz in dieser Elf bescheren.

Lionel Messi

Ich schicke das Fazit gleich vorweg: Aufbauend auf einer relativ guten Kenntnis der großen Fußballer der Vergangenheit, fühle ich mich einigermaßen sicher in dem Urteil, dass Lionel Messis letzte Dekade in Quantität und Qualität der Leistung unerreicht ist. So oft so gut hat noch niemand Fußball gespielt. Messi hat während dieser 10 Jahre für eine Netto-Zeit von 6 Jahren (2008-2015 minus 1 Jahr Verletzung von 2013 bis 2014) den Weltfußball auf einer konstanten Basis in Grund und Boden dominiert. Auch andere Fußballer hatten solche anni mirabili (kann man das so sagen?), in denen sie ein Leistungslevel erreicht haben, welches nicht nur über die Weltklasse, sondern auch über das, was man vielleicht ‘historische Klasse’ nennen könnte, hinausgeht, aber ich glaube, dass nie jemand 6 Stück davon hatte. Außerdem waren Messis Wunderjahre meiner Meinung nach noch besser als die besten Jahre von z.B. Pelé oder Maradona. Angesichts seiner Leistungen ist die Frage, ob er einen Platz in dieser Elf verdient hat, ohne wenn und aber mit “Ja” zu beantworten. Der Titel des Besten Spielers der Dekade geht ebenfalls an ihn.

Zu Recht wird der Beginn von Messis ganz großer Zeit meist mit der Ankunft von Pep Guardiola beim FC Barcelona im Jahre 2008 verbunden. Guardiola verkaufte den bisherigen Superstar des Teams, Ronaldinho, gab Messi dessen Rückennummer 10 und legte das Schicksal des Vereins in seine Hände. Messi rechtfertigte dieses Vertrauen in seine Person mit einer nicht enden wollenden Serie von Top-Leistungen. Man darf aber nicht vergessen, dass es auch einen prä-Guardiola Messi gab. Der ganz junge Messi der Jahre 2005 bis 2008 wird gerne mit dem Label “Supertalent” versehen. Das ist nicht ganz falsch aber auch nicht ganz richtig. Als Talent bezeichnet man schließlich eher einen Spieler, von dem erhofft, dass er irgendwann ganz große Leistungen bringen kann, der dies jedoch aktuell noch nicht tut. Auch der ganz junge Messi brachte jedoch bereits Leistungen, die ihn in die absolute Weltspitze beförderten. Als Ronaldinho auf dem Höhepunkt seiner Macht sagte, dass er noch nicht einmal der beste Fußballer beim FC Barcelona sei, weil es da diesen Messi gäbe, war das nicht nur eine Schmeichelei unter Freunden. Schaut man sich Spiele aus der Zeit an, stellt man fest, dass Messi tatsächlich bereits damals den Rest der Weltelite alt aussehen ließ. Er war vielleicht noch nicht so gut, wie er es später wurde, aber spätestens ab 2006 war er ein ernsthafter Kandidat für den Titel ‘Bester Spieler der Welt’. Was ihn daran hinderte, diesen Status bereits damals – mit unter 20 Jahren! –  zu zementieren, war seine Verletzungsanfälligkeit. Er schaffte es nicht, dauerhaft fit zu bleiben. Wenn er spielte, überzeugte er jedoch damals schon voll. So fällt auch das vielleicht beste Tor seiner Karriere in diese Frühphase. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er damals in gewissen körperlichen Belangen, insbesondere was die Wendigkeit angeht, sogar bereits den Höhepunkt seiner Fähigkeiten erreicht hatte. Schon 2009 war seine Gambetta von etwas weniger Wendigkeit geprägt. Er war immer noch wahnsinnig dynamisch, aber vielleicht nie mehr so wie in diesen frühen Jahren.

Ab 2008 begannen dann die Jahre seiner globalen Dominanz. In der 2008-09 Saison spielte er zunächst als rechter inverser Flügelstürmer sowie in manchen wichtigen Partien als falsche Neun, in der 2009-10 Saison dann als inverser Flügelstürmer und, besonders wenn Iniesta fehlte, als 10er hinter Zlatan Ibrahimovic und 2010-11 als falsche Neun. In den Jahren 2011 bis 2014 entwickelte sich Messi von einer falschen Neun immer mehr in Richtung einer echten Neun. Insbesondere unter Tata Martino wurde er nahe am Strafraum eingesetzt, um möglichst viele Torchancen zu erhalten. Hierbei wurden die defensiven Anforderungen an ihn minimiert. Unter Luis Enrique bekam diese Entwicklung zum Glück einen Bruch: Messi wurde wieder auf den rechten Flügel versetzt, agierte dort jedoch nicht nur wie ein Flügelstürmer, sondern eher wie ein Spielmacher über Außen. Zudem erhielt er die Lizenz, wann immer er es für richtig hielt, in den Zehnerraum zu ziehen oder den Weg in die Spitze zu suchen. Sein Spiel wurde dadurch noch variantenreicher und Messi noch wichtiger für seine Mannschaft.

Anno 2015 ist Messi der mit einigem Abstand beste Dribbler der Welt, der mit einigem Abstand beste Torjäger der Welt und der mit einigem Abstand beste Spielmacher der Welt. Ich denke nicht, dass es vor Messi jemals einen Spieler gab, der alle drei Titel auf sich vereinen konnte. Pelé hatte die Tore und das Dribbling, aber nicht ganz die spielmacherische Qualität. Di Stéfano hingegen fehlte das Dribbling. Maradona schoss nicht so viele Tore, wobei man auch bedenken muss, dass er in der torarmen Serie A der 80er gespielt hat. Cruyff schneidet ebenfalls in allen drei Kategorien gut ab, war aber in mindestens zwei der drei Kategorien seinen Zeitgenossen nicht deutlich überlegen. Messi ist zwar nicht in absolut allen Belangen überlegen, so verhindert seine Körpergröße, dass er je zu einem konstant gefährlichen Kopfballspieler wird, aber doch in mehr Belangen als dies jemals über einem anderen Spieler gesagt werden konnte. Er könnte vielleicht noch defensivstärker und noch strategischer werden, aber abgesehen davon, fällt es einem schwer zu sagen, was Messi tun könnte, um noch näher an das Ideal das ultimativen Offensivspielers heranzukommen.

Zum Abschluss noch eine Beobachtung: Messi macht regelmäßig unglaubliche Dinge auf dem Feld. Seien es nun lange Sololäufe mit Torabschluss, in den Winkel gezirkelte Freistöße, milimetergenau gespielte Schnittstellenpässe oder unerwartete Drehungen, die gleich mehrere Gegenspieler aus dem Spiel nehmen. Eines fällt jedoch auf: Bei aller überbordenden Klasse seines Spiels ist Messi doch ein sehr rational agierender Akteur, der seine eigenen Grenzen kennt und nur äußerst selten Dinge versucht, von denen er weiß, dass sie vermutlich nicht funktionieren werden. Wer hat Messi schon mal einen Fernschuss aus über 30 Metern probieren sehen? Oder einen Fallrückzieher? Auch beinhaltet sein Spiel kaum unnötige Verzierungen. Mehrfache Übersteiger, nicht-zielführende Hackentricks oder anderlei Ornamente wird man bei ihm fast nicht finden. Er tut solcherlei Dinge so selten, dass ich fast denke, dass es für ihn eine gute Idee wäre, so etwas in einem wichtigen Spiel mal zu machen, weil der Gegner nicht damit rechnen wird, was die Erfolgsaussichten deutlich erhöht. Ein Blick auf seine Torabschlüsse verstärkt dieses Bild noch. Wenn er es sich aussuchen kann, wählt Messi fast immer den flachen mittelharten Schuss ca. 30 Zentimeter neben den Pfosten. Das ist maximal rational. Insofern ist Messi bei allem schon immer vorhandenen ‘südamerikanischen Talent’, um mal die Klischeekiste sperrangelweit auf zu machen, doch auch ein echter La Masia-Spieler, der weiß, dass einfacher Fußball der am schwersten zu spielende aber ultimativ beste Fußball ist.

Zum Abschluss noch zwei Statistiken:

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4 thoughts on “Team der Dekade 2005-2015 – Teil 2

  1. Ein paar kleinigkeiten die ich kommentieren will, gerade weil es mir ein Freude ist derart begründete statements zu lesen:

    “Ich würde daher sagen, dass Xavi seiner Zeit damals schlicht voraus war und daher von Öffentlichkeit unterschätzt wurde.”
    Seiner Zeit vorraus ist für mich n bisschen en kreitische Formuliereung. Ich würde sagen, er hatte gewisse Fähigkeiten und zu seinem Glück gab es ein Zeitfenster in dem seine Fähigeiten besonders gefragt waren.
    In den 80ern wäre er in einem zweitlige Team eingecrappt und auch im Moment sehe ich den Langsamen Ballbesitz(für den Xavi steht wie kein zweiter Spieler der Welt) wieder etwas im abfallen.

    Es stimmt das Messi minimal wendigkeit abgebaut hat, er hat aber deutlich an Kraft zugelegt, was meiner Meinung nach bedingung war um konstant effektiv in der Spielfeldmitte agieren zu können. Als Außenbahnspieler konnte er sich ja meist den Platz für die Dribblings vorher nehmen, in der Mitte muss man sich den Platz freikämpfen, auch wenn tolle positionierung und herausragende Technik hilfreich sind (die SV-Analyse verdeutlicht meinen Punkt dahingehend.)

    Di Stéfano hatte was man sich so erzählt durchaus überlegene Dribblingfähigkeiten, nur gibts davon halt keine Videos. Ich weis das du sämtliche verfügbaren Videos gesehen hast und auf allen ist er bereits jenseits der 30 und da baut der körper nunmal ab und eine gewisse geschwindigkeit ist für Dribblings unverzichtbar, es wird interessant zu sehen was Messi in dem Alter macht. Eine Xaviesque Rolle kann er bei guter Pflege noch 6-8 Jahre spielen. (Die Stefano hatte nicht umsonst den namen der blonde Pfeil, ich gehe da mal von einer Geschwindigkeit n knapp unter Gento aus.)
    Dafür hatte er an Defensivfähigkeiten einiges zu bieten.

    Dieser Artikel wäre übrigens die Gelegenheit gewesen ein paar Statsbomb-radars einzufügen um deinen Punkt zu verdeutlichen. Jeder dieser Spieler hat mindestens 1 radar das zu >75% gefüllt ist. Und Messi hat derer 4.

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    • Ich kann Dir eigentlich fast nur zustimmen. Nur bei der Frage, ob Xavi damals seiner Zeit voraus war, würde ich idealistischerweise behaupten, dass ultimativ die Zukunft des Fußballs Spielern gehört, die zumindest in manchen Hinsichten Xavi ähneln. Vielleicht ist das aber auch Wunschdenken.

      Ja, Di Stéfano ist da der große Unbekannte. Ich hatte auch überlegt, ob ich diese Thematik noch länger auseinandernehmen sollte, dachte dann aber, dass ich mir das für einen anderen Anlass aufhebe. Nachdem was ich von ihm gesehen habe, ist sein Dribbling halt eher ausweichender Natur und weniger dieses head on in den Gegner bohren a la Messi oder Maradona. Nun will ich kein schlechtes Wort über diesen Dribbelstil verlieren, aber ich glaube die öffentliche Meinung schätzt mit einer gewissen Berechtigung die Dribbelkünste von Messi höher ein.

      Messis stilistische Entwicklung der letzten Saison wird ja auch gerne als Di Stefanoisierung seines Spiels bezeichnet. Und aus meiner Sicht ist das genau der Weg, den Messi gehen sollte.

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  2. Mir ist gestern Abend eingefallen mit welchem Sportler man Messis supercomputerhafte Entscheidungsfindung vergleichen kann: Peyton Manning.
    Es ist(bei Manning teilweise war) gleichzeitig faszinierend und langweilig ihnen zuzuschauen: Du weist das sie im nächsten Moment die perfekte Entscheidung treffen werden und das sie nahezu in perfektion ausgeführt werden wird.

    Interessierst du dich für Football? Ich würde gerne dein Einschätzung wissen. Sonst muss ich mal bei Constantin Eckner nachhaken der ist angeblich Broncos fan.

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    • Ich gehöre zu der Gruppe von Menschen, auf die Football-Fans vermutlich am meisten herabblicken: Ich gucke die erste Hälfte des Superbowls aber sonst nichts.

      Diese Eigenheit von Messi ist mir die Tage mal wieder besonders bewusst geworden: Ich schaute ein Zidane-Video und war mal wieder von einer seiner Ideen völlig überrascht und begeistert. Passiert mir bei Messi fast nie. Ich bin super oft von ihm begeistert, aber fast nie überrascht.

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